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Fast unbemerkt findet ein enormes Insektensterben statt

  • 11. Februar 2019

Wir müssen die Art, wie wir Nahrung produzieren, verändern. Ansonsten rotten wir die Insekten als Ganzes innerhalb von wenigen Jahrzehnten aus. Die Auswirkung auf das Ökosystem des Planeten wären katastrophal, um es milde auszudrücken.

Francisco Sánchez-Bayo, Studien-Mitautor

Es ist eine Katastrophe von unglaublichem Ausmass. Man kann sie nicht hören und auch nicht sehen. Und doch findet sie direkt vor unseren Augen statt. Fast die Hälfte der Insekten weltweit ist im schnellen Schwinden begriffen – ein „katastrophaler Einbruch der natürlichen Ökosysteme“. Das schreiben Wissenschaftler in einer neuen Studie.

Bei mehr als 40 Prozent der Insektenarten nehme die Zahl der Tiere ab, ein weiteres Drittel der Arten sei gefährdet, heisst es in dem Beitrag, der in der kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift „Biological Conservation“ erscheint. Das Artensterben geschehe bei Insekten acht mal so schnell wie bei Säugetieren, Vögeln oder Reptilien.

Die gesamte Population von Insekten nehme um 2,5 Prozent pro Jahr ab. Bleibe es bei diesem Tempo, könnten alle Insekten innerhalb der kommenden 100 Jahre ausgestorben sein. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, die die Daten von 73 verschiedenen Studien auswerteten, ist eindeutig: «Wenn wir unsere Art der Nahrungsmittelproduktion nicht ändern, werden die Insekten in einigen Jahrzehnten den Weg der Auslöschung gegangen sein.»

Francisco Sánchez-Bayo von der Universität Sydney (Australien) ist einer der Autoren der Studie. Dem britischen «Guardian» sagt er: «Falls die Verluste nicht aufgehalten werden können, wird das katastrophale Konsequenzen für die Ökosysteme des Planeten und auch für das Überleben der Menschheit haben.» Ein Aussterben der Insekten hätte etwa direkte Auswirkungen auf grössere Tierarten – Vögel, Reptilien und Fische, die sich von Insekten ernährten. «Wenn ihre Nahrungsquelle weg fällt, dann verhungern alle diese Tiere», so Sánchez-Bayo. Auch die Bestäubung von Pflanzen sei dann stark gefährdet.

Die seit sechs Jahrzehnten praktizierte intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, die Zerstörung von Lebensraum – all das trage zum Insektensterben, zur Gefährdung der Vogelwelt und der Natur insgesamt bei, schreiben Sánchez-Bayo und Co-Autor Kris Wyckhuys von der Universität und Queensland . Deshalb müsse dringend gegengesteuert werden. Denn Insekten seien «von lebenswichtiger Bedeutung für die globalen Ökosysteme».

 

Und was unternehmen wir Schweizer dagegen?

Volksinitiative vom 26.11.2015 «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»

-> NEIN

 

Volksinitiative vom 30.03.2016 «Für Ernährungssouveränität. Die Landwirtschaft betrifft uns alle»

-> NEIN

 

Volksinitiative vom 06.09.2012 «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)»

-> NEIN

 

Volksinitiative vom 02.11.2012 «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen»

-> NEIN

 

Machen wir zu wenig? Wann will die Schweiz reagieren?

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